Jahresrückblick 2020

Wie lang ist es bitte her, dass ich mir die Zeit genommen habe einen Jahrsrückblick zu schreiben. Lange! Das hatte viele Gründe, zum einen die Zeit zum anderen aber auch die weniger werdenden Blogposts und die verschiedensten Prioritäts-Umzüge meiner Domains und Inhalte, die es zum Jahresende fast unmöglich gemacht haben, auf Inhalte zurückzugreifen. In diesem verrückten Pandemie-Jahr in das ich mit so vielen Ideen und Plänen gestartet war, fasste ich mir jetzt aber ein Herz und nahm meinen Kalender zur Seite um doch noch einmal in Ruhe zurückzublicken.

Ich weiß, dass mir die alten Jahresrückblicke immer wieder geholfen haben, das zurückliegende Jahr revuepassieren zu lassen und auch den ein oder anderen Erfolg mal wirklich zu begreifen oder für mich selbst zu dokumentieren. Ich könnte mir vorstellen, dass ich mich in ein paar Jahren darüber freue, die Höhen und Tiefen dieses Pandemie-Jahres irgendwo dokumentiert zu haben. In diesem Fall mit diesem Beitrag über meinen persönlichen Jahresrückblick 2020.

Falls der ein oder andere Lust verspürt, wünsche ich viel Spaß beim Lesen. Wir können dann ja unten in den Kommentaren noch über das ein oder andere diskutieren 🙂 Solltet ihr selber Jahresrückblicke in Eure Blogs packen, verlinkt die gerne mal in den Kommentaren, ich lese sowas sehr gerne. Gerade nach so einem wilden Jahr.

Inhaltsverzeichnis

Januar 2020 – lass uns mit einer Party starten!

Nein, was waren wir noch optimistisch zum Jahresstart. Schon im Dezember hatten wir mit den Planungen für unsere Anfang20 Party begonnen. Zusammen mit Jenny und Immo hatte ich entschlossen, Kunden, Freunde und Freunde von Freunden ins Fuchsbau.Studio einzuladen und mit ihnen ins Jahr 2020 reinzufeiern. Es gab mehrere DJs, geile Getränke. Es war ein großartiger Start und eine richtig gute Party. Die Hütte war voll, die Menschen auch. Das Studio wurde zum Dancefloor. Wir hatten etwas größenwahnsinnig mit „Der besten Party des Jahres“ geworben. Was im Januar sowieso relativ einfach ist, weil es noch nicht so viele Partys bis zum 11.1 gab. Dass es für viele von uns dann auch relativ schnell die letzte Party des Jahres werden sollte, war zu dem Zeitpunkt keinem klar. Auch wenn ich die Bilder aus Wuhan bereits in der Tagesschau gesehen hatte. Mit viel Euphorie starteten wir ins Jahr. Ich hatte unendlich viele Pläne.

Unsere erste und letzte große Party in 2020

Meine Gemeinschaftsausstellung mit Maler Andreas Bausch im Q18 des Quartier am Hafen sollte eine Woche später dann auch schon die letzte Ausstellung für dieses Jahr sein.

Februar 2020 – Das Jahr nimmt seinen Lauf

Den nächsten Monat verbrachte ich eigentlich nur am Schreibtisch im Studio. Die Photokina stand dieses Jahr an und ich ging in die Vorbereitungen für eine Veranstaltung in Kooperation mit den Gründern von PPAirs, die über den gesamten Messezeitraum in Mülheim stattfinden sollte. Außerdem war ich noch in einem Kundenprojekt gebunden, für dass ich eigentlich einen digitalen Stand plante der in Hamburg präsentiert werden sollte und Content der Leser auf einer interaktiven Wand ausspielen konnte.

Podcast mit Jasmin Dannenberg von der Photokina

Im Februar erschein auch der erste Chips & Champagner Podcast mit Jasmin Dannenberg vom Imaging.Lab der Photokina. Jetzt, ein paar Monate später, wo wir wissen, dass die Photokina Leitmesse für Fotografie- und Videografie auf unbestimmte Zeit pausiert ist, ein verwirrender Blick in die Vergangenheit.

März 2020 – Es kommt immer anders als man denkt

Zum Monats beginn treffe ich Unternehmer und Gastronom Till Riekenbrauk. Wir reden über die Gastronomie, Streetfoodfestivals, Pop-Up Konzepte und Corona. Die Pandemie hat ihre Fühler ausgestreckt und es ist bezeichnend, wie ahnungslos wir noch an die Sache rangehen. Aber hört am besten selbst. So oder so, eine gute Folge.

Podcast mit Till Riekenbrauck

Gastronomie Unternehmer Till Riekenbrauck im Podcast-Interview bei Chips & Champagner

Studio-Quarantäne

Nachdem die Pandemie in anderen Nachbarländern bereits wütet, begibt sich auch Deutschland in den Lockdown. Ich sitze immer noch im Studio und habe einen Haufen Projekte auf dem Tisch, die ich vorbereiten will. Wir begeben uns in selbstgewählte Quarantäne und verbringen vier Wochen nur im Studio.

Ich entscheide alle Veranstaltungen für dieses Jahr zu streichen. Sage den angefragten Venues und Kooperationspartnern ab. Viele von ihnen klingen verwundert, machen gute Miene zum bösen Spiel. Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass Veranstaltungen, wie ich sie eigentlich plane und durchführe in 2020 nicht mehr realistisch sind. Ich ziehe die Reißleine.

April 2020 – Die neue Ruhe

Ich versuche die Zeit so gut es geht zu nutzen. Arbeite an Websites, spiele ein paar Computer-Spiele. Wir Puzzeln und räumen auf und um im Studio. Das Wetter ist so gut, dass wir oft einfach nur im Garten sitzen und Kölschtrinken. Alle bisher geplanten Fotojobs sind inzwischen abgesagt. Viele davon gelten als „verschoben“. Wurden dann dieses Jahr aber doch nicht mehr umgesetzt. Meine einzige Einnahmequelle sind noch Buchverkäufe und digitales Geld. Also Geld aus meinem Onlinemarketing. Ich beschließe da wieder etwas mehr Zeit reinzustecken. Räume Festplatten auf, schriebe den ein oder anderen Blogpost. Ich merke, wie sehr mir das Schreiben gefehlt hat.

Die Schönheit im Alltäglichen und Spießer Hobbys

Außerdem gehen wir fast täglich eine kleine Runde spazieren am Rhein und ich nehme wieder öfter die Kamera mit. Weil mir das Fotografieren eben auch fehlt. Ich entdecke meine Faszination für das Alltägliche wieder und fotografiere ziemlich viel „selbstverständliches“. Ich dokumentiere erstmals meinen Alltag, ohne Veranstaltungen, Shootings oder irgendwelchen Events und Highlights. Mir gefällts, es macht Spaß – auch wenn ich noch nicht weiß wofür.

Mai 2020 – es passiert wieder was!

Bund und Länder entscheiden sich, den ersten Lockdown und die damit verbundenen Maßnahmen etwas zu Lockern. Es wird wieder mehr möglich. Nach vier Wochen im Studio ohne großen menschlichen Kontakt außer am Telefon und via Web-Konferenzen zieht es mich trotzdem nicht direkt zurück in die Stadt. Irgendwie hab ich mich an die Ruhe gewöhnt und Menschenansammlungen verursachen ein ungutes Gefühl.

Crowdfunding für meinen dritten analogen Bildband namens Paradies

Dafür wurden meine Ideen zum dritten Bildband konkreter. Ich verspührte das Verlangen wieder Kreativ zu werden und meine Trilogie abzuschließen. Nach ein paar Brainstormings begann ich meine Idee in Form eines Crowdfundings zu Pressen. Am 9. Mai ging es auf der Plattform „Startnext“ online. Der dritte und letzte analoge Bildband meiner Trilogie sollte den Namen „Paradies“ tragen.

Ich hatte keine Ahnung ob man es in einer Pandemie schafft, ein Crowdfunding zu realisieren. Aber ich war froh, etwas zu tun zu haben und mich ohne Ablenkung voll in ein neues Projekt zu stürzen. 30 Tage später sollte ich schlauer sein!

Podcast mit Thomas von der Fotobuch-Ecke

Mit Thomas von der Fotobuch-Ecke nahm ich in diesem Monat auch den ersten Podcast zu meinem neuen Buch „Paradies“ auf.

Die ganze Podcast-Folge aus der Fotobuch-Ecke auf Spotify hören

Juni 2020 – Das Crowdfunding für Paradies ist erfolgreich

Es ist möglich! Mit Eurer Hilfe habe ich mitten in der ersten Pandemie der menschlichen Geschichte meinen dritten Bildband Crowdfunden können. 9700 Euro kamen für das Projekt zusammen! Also verbrachte ich den Juni bereits damit, das Projekt zu finalisieren und den bevorstehnden Verpackungsmarathon vorzubereiten. Ich quatsche mit der Druckerei, layoutete meinen Bildband mal wieder mit Keynote vor, damit Matthes ihn später Reinzeichnen konnte und machte mir Gedanken über den Inhalt und die passenden Goodies für Euch Supporter da draußen.

Bei Felix Hohleich im Barber Club

Ende Juni fotografierte ich erstmals wieder im Kundenauftrag. Eine sehr kleine Produktion mit 4 Leuten. Aber es tat gut mal wieder unter Menschen zu sein und den Auslöser zu betätigen in direktem Kundenauftrag. Hätte auch nicht gedacht, dass ich sowas mal vermisse, aber es ist ein wichtiger Ausgleich zu den eigenen Projekten, wo wirklich jede Entscheidung von Dir selbst getroffen werden muss.

Elmar & Felix im Gentlemen Barbers Club in Köln. Fotografiert für die Gaffel Privatbrauerei

Ein Shooting mit Lea im Studio

Eins der wenigen freien Shootings in diesem Jahr, hatte ich mit Lea im Juni. Wir haben uns bestimmt zwei Jahre nicht mehr gesehen, obwohl sie früher viel mit uns in Köln abgehangen hat. Für mein neues Buch brauchte ich noch Material von Modellen, Lea hatte mal wieder Zeit und Muße auf Fotos mit mir und wir machten uns mit ihrem Freund noch einen schönen Nachmittag in Köln. Mit Sicherheit ein Ding der Unmöglichkeit gewesen, wenn Corona nicht den Alltag vieler Menschen so entschleunigt hätte. Trotz all den Plänen, die dieses Jahr ins Wasser vielen, war das Shooting mit Lea ein wunderschönes Ergebnis.

Juli 2020 – Sommer in Köln

Der Sommer macht etwas Normalität möglich und das ein oder andere Mal schaffe ich es sogar in den Biergarten meiner Lieblingskneipe. Zwar ist das alles nicht wie früher, aber es ist weniger schlimm als ich es mir erdacht hatte. Lediglich die Lautstärke macht mir zu schaffen. Ich werde alt und bin das einfach nicht mehr gewöhnt. Statt 30 Kölsch werden es also an der handvoll Tage eher zwei, drei Wiess.

Der Pop-Up Biergarten im Grüngürtel

Während die Gastronomie in Köln kämpft, gegen die Auswirkungen der Pandemie kommen auch Kreative Lösungen zum Vorschein. Wie der Pop-Up Biergarten auf Initiative der IG Gastro in Kooperation mit der Stadt Köln. Auch wenn der Biergarten zwei Wochenende bestand, war es das erste und einzige Mal, dass wir dieses Jahr mal in größerer Runde im Biergarten saßen. Es fühlte sich fast wie früher an und die Kölner Sommersonne meinte es gut mit uns. Ich ging mit einer roten Risikobegegnung in der Corona-Warn-App ins Bett und sah die meisten Menschen unserer Runde in diesem Jahr nicht wieder. Umso schöner sind natürlich die Erinnerungen an diesen einen Nachmittag in größerer Runde. Ausführlich über das Konzept und den Biergarten habe ich übrigens drüben im Blog unseres Kreativ-Kollektivs Chips & Champagner geschrieben.

Shooting mit Jana

Obwohl ich Jana schon sehr lange kenne, hat es irgendwie erst dieses Jahr mit einem gemeinsamen Shooting gepasst. Weitere sollten folgen. Jana gehört zu den sehr angenehmen Zeitgenossen mit denen man auch ganz wunderbar Kaffeetrinken kann. Zwei Bilder unseres Shootings haben es dann sogar noch ins „Paradies“ geschafft. Eine gute Fügung.

August 2020 – Auf ein Kölsch geht weiter

Wie jeder weiß, hat der Sommer zwar seine Freiheiten mitgebracht, aber losgelassen hat uns Corona bis heute noch nicht. Also habe ich kurzerhand mein längere Zeit pausiertes Projekt „Auf ein Kölsch!“ wiederbelebt. Draußen Bier trinken, nur einen Menschen treffen. Etwas, was irgendwie mit Corona und Kontaktbeschränkungen besser zu vereinen ist, als Shootings im Studio oder volle Bars, in denen man sich zuletzt sowieso nicht so richtig wohl gefühlt hat. So gings mir jedenfalls. Unter anderem Jules habe ich im August für „Auf ein Kölsch“ portraitiert. Ihn hatte ich zuletzt im Januar auf der Anfang20 Party gesehen und irgendwie war das ein Abend, der so gut und in die Nacht ging, wie man es sich nur vorstellen kann. Mehr zu „Auf ein Kölsch“ wird es im nächsten Jahr auf www.aufeinkoelsch.de geben.

Auf ein Kölsch mit Jules Eckes

Mein erstes Kopfhörer-Konzert

Außerdem besuche ich im August zum ersten Mal ein Kopfhörer Konzert. Im Jugendpark spielt Maxim und ich darf mal wieder ein paar Fotos für den Künstler machen. Das Konzerterlebnis ist deutlich besser als ich mir es vorgestellt habe. Am Ende ist es ein eigenes Konzert, was gar nicht mit klassischen Konzerten verglichen werden kann. Auch wenn es keine Backstage-Gespräche gibt und sich alles nach dem Konzert unter freiem Himmel sehr schnell auflöst, wenigstens ein kleiner Hoffnungsschimmer für Live-Musik. Mich hat das ganze tatsächlich so sehr überrascht, dass ich einen ausführlichen Erfahrungsbericht über mein erstes Kopfhörerkonzert auf meinem benhammer.koeln Blog geschrieben habe.

Maxim auf der Summerstage im Jugendpark beim Kopfhörer Konzert

September 2020 – Offene Ateliers und Tour-De-France

Weil man dieses Jahr sowieso wenig machen konnte, griff mich das „Tour-de-France“ Fieber nach vielen Jahren wieder. Also verbrachte ich jeden Mittag vor dem Fernseher oder dem 2nd Screen und sah Marc Hirschi bei seinem Tour-Debüt zu. Ich glaube ich habe außer dem Prolog keine einzige Etappe verpasst. War auch mal wieder schön.

Offene Ateliers unter Corona-Bedingungen

Im September finden auch immer die offenen Ateliers im rechts-rheinischen Stadt. Auch das Künstlerhaus in dem ich mein Studio habe, hat dieses Jahr wieder teilgenommen. Ich wollte die Initiatoren auf gar keinen Fall hängen lassen, darum öffnete ich auch mein Studio. Aber mit dem Wissen, dass es keine wilde Ausstellungsparty im Studio geben können würde, gab’s auch nur das kleinste Besteck. Also Studio aufräumen, Kühlschrank mit Kaltgetränken füllen und die Tour de France auf den Fernseher am Konferenztisch werfen. Das drei Tage lang. Immerhin kamen Marcus, Sebastian und Kristina an verschiedenen Tagen für ein paar Stunden vorbei, dass es nicht ganz zu eintönig wurde.

Shooting mit Wiebke

Kleines Hightlight des Septembers war deswegen auch mein Shooting mit Wiebke. Sie hatte sich über Instagram gemeldet. Eigentlich wohnt sie in Berlin, war aber gerade in der Nähe und kam für ein paar Stunden im Studio vorbei. Wir schossen einige Analogfilme durch. Ein paar der Bilder schafften es in meinen Bildband (→ Mehr über meine Bildbände hier im Blog) „Paradies“. Inzwischen sind aber auch zwei weitere Strecken aus dem Shooting auf meinem eigenen Onlinemagazin für registrierte Nutzer verfügbar. Das Magazin, was ich dieses Jahr ins Leben gerufen habe um vor allem meinen Fine-Art und Nude-Fotos endlich einen Platz zu bieten, wo sie nicht mehr zensiert werden müssen. Freu mich über jeden, der ein Teil der kleinen Magazin Community mit fast 300 Menschen wird. Zum Magazin kommt ihr einfach über magazine.benhammer.photo

Oktober 2020 – Mit großen Schritten zum Jahresende

Der Oktober war für dieses Jahr ziemlich ereignislos. Mit großen Schritten geht’s in Richtung Jahresende. Nach einer Kurations-Session mit Sebastian H. Schroeder für Paradies, ging es Mitte Oktober dann in die Reinzeichnung mit Matthes Zimmermann. Ansonsten war der Oktober der ruhigste Monat des Jahres, den ich nochmal nutze um etwas Ordnung ins Studio zu bringen.

Jahresrückblick 2020 auf November – Paradies nimmt Formen an.

Der letzte Monat vor meinem 30. Geburtstag war geprägt von Büroarbeit. Das Buchrelease wollte gut geplant sein, wenn auch dieses Jahr keine richtige Releaseparty anstand. Also beschäftigte ich mich mit dem Einkauf von Versandmaterial, säuberte die Adresslisten für den Versand, bereitete meinen DHL Account vor, indem ich einen neuen Vertrag über Warenpost abschloss und versuchte so perfekt wie möglich auf die Buchanlieferung (→ Paradies macht sich auf den Weg)vorbereitet zu sein. Ich legte die Produkte schon mal im Shop für weitere Vorbesteller an und machte tatsächlich noch 1,2 Fotos. Am 2. November gab ich die finalen Druckdaten für den Druck in die Druckerei Siepmann nach Hamburg. Wegen den Corona Kontaktbeschränkungen reiste ich dieses Mal nicht nach Hamburg zur Druckfreigabe, sondern überließ das Mark Siepmann selbst – der in meinen Augen schon bei den letzten beiden Büchern einen hervorragenden Job gemacht hat. Netterweise machte er zur Dokumentation noch schnell ein paar Fotos der Druckbögen, sodass ich hier jetzt auch eine kleine Erinnerung habe.

Die erste Brauhaus Session mit Björn Heuser

Anfang November stehen wir zum ersten Mal im wieder geschlossenen Gaffel am Dom. Dem Brauhaus der Gaffel Brauerei direkt am Bahnhofsvorplatz in der Innenstadt. Aus einer kleinen Idee, entstand die erste „Brauhaus Session“. Gefilmt von Moe, der inzwischen schon fast ein halbes Jahr seinen Schreibtisch hier im Studio hat. In den letzten Wochen ist aus dieser kleinen One-Take Idee tatsächlich ein Webformat entstanden mit Bands wie Brings, Kasalla oder Künstlern wie MoTorres und Ben Randerath. Keine Sorge, als Nicht-Kölner muss dir das alles nichts sagen. Für mich ist dieses Projekt aber zu einem der Highlights dieses Corona-Jahrs geworden, welches ohne die Pandemie mit Sicherheit nicht gegeben hätte.

Shooting mit Rosa

Eins der wenigen Shootings war mit Rosa, die ich dieses Jahr über unseren gemeinsamen Freund Sebastian Trägner digital kennenlernen durfte und mit der ich für meine bisherige Fotografie eine ungewohnt experimentelle Strecke umsetze. Gips spielte eine große Rolle und Rosa war das perfekte Model für dieses gewagte unterfangen. Die Gipsreste, tauchen jetzt noch im Studio auf. Aber bei den Ergebnissen glaube ich, dass sich dieser Ausflug und Rosas Mut gelohnt haben.

Rosa und viel Gips im Studio

Die ganze Strecke unter dem Titel „Sculpture“ mit Rosa und einige Motive mehr gibt’s übrigens auf meinem Behance-Profil.

Eine weitere Brauhaus-Session: Brings

Außerdem drehten wir mit unserem Kollektiv Chips & Champagner noch eine weitere Brauhaus Session. Die Brings hatten die Videos gesehen und wollten dem Hören/Sagen auch einen Clip. Da sagen wir natürlich nicht nein. Der Dreh hat genau einen Song lang gedauert, nach dem Take war alles im Kasten.

Hinter den Kulissen des Chips & Champagner Shops

Mit Moritz einem neuen Gesicht im Studio, drehte ich auch das zweite Video für mein Buch nach dem Crowdfunding wollte ich die Chance für den dritten und letzten Teil nutzen und ein bisschen die Arbeit hinter den Kulissen dokumentieren. Ich liebe seine videografischen Skills, seinen Look und die Videos, die er dieses Jahr für und mit mir gedreht hat.

Dezember 2020 – endlich Feierabend!

Ich glaube ich habe mich noch nie so sehr auf den Jahresabschluss gefreut, wie dieses Jahr. Es war ein wildes Jahr, dank Corona, und für meine Selbstständigkeit ein absolut unvorhersehbares. Selten habe ich so viele Höhen und Tiefen durchlebt, wie dieses Jahr. Umso mehr freue ich mich auf das Ende. Selten habe ich einem Jahresende so entgegengefiebert wie dieses Jahr – auch wenn mit Sicherheit im Januar nicht alles auf einmal viel besser aussieht. Aber ich freue mich endlich einen Haken an 2020 machen zu dürfen. Eigentlich wollte ich Dezember auch gar nicht mehr arbeiten, sondern nur noch mein Buch vertreiben. Ja, tatsächlich. Mit Paradies ist am 1. Dezember mein inzwischen dritter Bildband erschienen. Geprägt von der Pandemie aber auch meinem inzwischen erreichen 30. Lebensjahr. Verrückt, wo mich diese Buchreise hingebracht hat.

Paradies ist da – eine Punktlandung

Am ersten Dezember ist es soweit. Mit „Paradies“ hat mein inzwischen dritter Bildband, nachdem er Mitte des Jahres mit Eurer Hilfe via Startnext-Crowdfunding finanziert wurde, das Licht der Welt erblickt. (→ Paradies mein inzwischen dritter Bildband ist da!)Fast alles lief rund, sodass fast alle Supporter das Buch schon vor dem offiziellen Release am 1. Dezember bei sich Zuhause hatten. Auch alle Besteller sollten mit wenigen Ausnahmen das Buch oder die Trilogie Weihnachten unter dem Baum gehabt haben. Es zeigt, dass ich über die letzten Bücher dazugelernt habe. Das ich die Timings besser im Griff habe und gut vorbereitet in den Versand gestartet bin. Fehler ärgern mich, Fehler die erneut passieren sind fast unerträglich. Deswegen freue ich mich wirklich, dass dieses Mal alles so perfekt und reibungslos funktioniert hat. Eine gute Vorarbeit, ist eben doch die halbe Miete. Die letzten Exemplare der limitierten Auflagen von Band 1, Band 2 und Band 3, können solange der Vorrat reicht im Onlineshop unseres Kreativ-Kollektivs nachbestellt werden und werden alle weiterhin von mir verpackt, signiert und verschickt. Danke für jeden, der sich ein Exemplar sichert und meine Arbeit damit unterstützt und wertschätzt. Das freut mich auch nach vier Jahren immer noch enorm. Zum Shop geht’s über shop.chips-und-champagner.com

Jahresrückblick 2020 - Mein Bildband Paradies erscheint
Mein inzwischen dritter Bildband: „Paradies“

Kuration mit Dave

Achja, und weil es auch für mich etwas besondere ist, darf es natürlich hier im Jahresrückblick auch nicht fehlen. Mein guter Freund Dave, der vor ein paar Jahren über meinen besten Saarländischen Freund Mario Poepel ins Kölner Netzwerk kam, plant seinen ersten Bildband. Obwohl er „nur“ Hobbyfotograf ist macht er krasse Fotos, weitab von dem, was ihr mit meiner Fotografie verbindet. Er will ein Buch machen und ich durfte ihm bei einem ersten Kurationsdurchlauf im Studio ein paar Ratschläge und Ideen geben. Jetzt weiß ich, was mein Kurator Sebastian H. Schroeder immer mit mir durchmacht und bin froh, einem Freund mein Wissen weitergeben zu dürfen. Alles, was ich bisher weiß ist, dass Dave’s Bildband großartig werden wird – wenn er irgendwann erscheint 😉

Noch mehr Brauhaus-Sessions: Mit Kasalla, Mo-Torres und Ben Randerath

Und dann kamen noch die Freunde von der Gaffel um die Ecke und hatten Ideen für weiteren Videocontent, nämlich drei weitere Brauhaus Session im Gaffel am Dom, was sich mal wieder im Lockdown befand – wie wir alle. Also war der Dezember von Videoproduktionen geprägt, die ich konzipieren, produzieren, planen und mitgestalten durfte. Für nächstes Jahr liegen auch schon die ersten Anfragen auf dem Tisch, darüber quatschen wir aber dann im Dezember 2021 😉

Zum Abschluss also die letzten drei Brauhaus Sessions aus diesem Monat. Ein tatsächlich sehr schönes Projekt, was sich dieses Jahr erst durch Corona und die Lockdowns ergeben hat, und welches ich sehr mag. Was ich wirklich selten über meine Schnapsideen sagen kann.

Alle Brauhaus Sessions in einer gemeinsamen Playlist auf dem YouTube Account der Gaffel

Das erste Weihnachten in Köln

Auch wenn ich zwischenzeitlich dachte, etwa Mitte des Jahres, dass man Silvester planen könnte, war zu Beginn der zweiten Welle schnell klar, dass das dieses Jahr mit unserem Jahresabschluss im Studio nichts werden würde und wir sagten die Nummer bereits ein paar Monate vorher ab.

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen in den Weihnachtsmonaten entschieden Johanna und ich, dass wir dieses Jahr nicht zu unseren Familien fahren würden. Zuwenig Planbarkeit zu viele Interessen und von unseren Entscheidungen abhängige Familienmitgliedern. Also machten wir es uns Zuhause in Köln gemütlich. Es war tatsächlich das erste Weihnachten meines Lebens, das ich ohne meine Familie im bergischen verbrachte. Früher oder später ist es wahrscheinlich bei jedem soweit, bei mir war es Corona bedingt dieses Jahr soweit. Dafür lernte ich unsere Wohnung neu schätzen und machte wirklich absolut gar nichts berufliches über die sechs freien Tage um Weihnachten. Ebenfalls eine Premiere an die ich mich aber irgendwie gewöhnen könnte.

Mein Fazit zum Jahresrückblick auf 2020: Danke 2020. Für alles und nichts.

Und jetzt, wo das Jahr wirklich bald zuende ist, kann man sich langsam mal an ein Fazit trauen. Dieser Jahresrückblick hat mir einiges wieder ins Gedächtnis gerufen, was ohne diesen Blogpost wahrscheinlich für immer und ziemlich tief in meinem Bewusstsein verloren gegangen wäre.

Dennoch fällt mein Fazit ziemlich genau so aus, wie sich dieses Jahr schon im Verlauf angefühlt hat. Es war ein wildes Jahr und ich hatte mich sehr auf das Jahr mit all meinen Ideen und Plänen gefreut. Am Ende kam wirklich alles anders. Nicht unbedingt besser, nicht unbedingt schlechter einfach anders. Es war ein Jahr, welches selbst für mich als Freiberufler mit ziemlich vielen Höhen und Tiefen verbunden war. Mit Euphorie aber auch mit Sorgen und Ängsten, die ich bisher so noch nicht erlebt hatte. Ein Jahr, in dem ich viel über mich selbst lernen durfte. Vor allem in den Tiefen und den Stressituation. Ein Jahr, was aber auch gezeigt hat, wie viele Freiheiten und Privilegien wir alle und auch ich selbst über die letzten Jahre als selbstverständlich erachtet haben. Ein Jahr, was uns nochmal zeigt, wie priviligiert wir in diesem Land sind, auch wenn nicht alles gut läuft.

Ein Jahr, was auch mir mal wieder gezeigt hat, wie wertlos Pläne sein können und wie unkalkulierbar und komplex die Welt geworden ist. Denn am Ende, ist auch die eigene Gesundheit ein Privileg. Und auch, wenn das Jahr jetzt am Ende viel viel besser gelaufen ist, als ich es mir in den tiefsten Punkten hätte vorstellen können, ist es nur ein weiteres Jahr.

Und am Ende diesen verrückten Jahres, kann man dann auch einfach mal Danke sagen. Danke. Mal gucken, was die Zukunft bringt. Bis dahin lesen wir uns in den Kommentaren unten. Bleibt gesund und guten Rutsch in ein hoffentlich planbareres 2021.