Warum meine wichtigsten Auswahlkriterien für mein Studio nichts mit Fotografie zu tun hatten

Den Traum vom eigenen Platz zum Arbeiten hatte ich schon immer. Es war einer meiner größten Lebensziele, irgendwann mein eigener Chef zu sein und mit dem Geld zu verdienen, was mir Spaß machte. Als 2013 die Fotografie dazu kam, war ein eigenes Studio wie der nie-real-werdende Kindheitstraum. Mit meinem Umzug nach Köln wurde dieser Traum ziemlich schnell zur Realität. Dazu gehörte viel Glück, aber darum soll es heute nicht gehen. Viel mehr um meine Auswahlkriterien.

Ich suchte also einen Raum, wo ich vor allem Arbeiten konnte, der finanziell in einem Rahmen lag, dessen Risiko ich alleine tragen konnte und der Platz für meine Fotografie bot. Dabei war mir Licht, Tageslicht oder die Fläche erst einmal nicht so wichtig. Mit Licht kann man Arbeiten mit Fläche auch. Wer vorher die ganze Zeit in seinem Wohnzimmer fotografiert hat, ist sowieso Kummer gewohnt.

Viel wichtiger waren mir die Infrastruktur. Damals hatte ich zum Beispiel sehr viel Besuch von Außerhalb, mit dem ich mich in der Stadt traf. Ich wollte also unbedingt einen eignen Parkplatz ohne Parkgebühren oder nerviger Parkplatz-Suche für Besucher. Deswegen kam mir die nahe Autobahn-Auffahrt auch sehr gelegen. Desweiteren wollte ich kein eigenes WC im Studio. Wir haben hier Toiletten auf dem Gang und Duschen. Zwei Argumente, die mir ebenfalls gefielen. Fast täglich kommen hier Putzfrau und Hausmeister vorbei. Außerdem war der Lastenaufzug ein großes Argument für mich, weil ich keinen Bock hatte, die vielen Pakete die ich damals noch bekam, zu schleppen. Später sollte sich das auch für die Logistik meiner beiden Bücher als sehr praktisch herausstellen. Aber auch bei On-Location Produktionen habe ich gar keinen Bock mein Equipment durch enge Treppenhäuser rauf- und runter zu schleppen.

Ebenfalls wichtig für mich, war eine nahgelegene Bahn-Haltestelle in unter 10 Minuten und eine fußläufig erreichbare Post-Filiale. Dass ich heute Geschäftskunde bei der DHL bin, macht die Filiale etwas unnötig, aber hin und wieder muss man ja vielleicht doch mal was abholen gehen. Weil es hier in dem Objekt auch bereits unzählige Mieter gab, war klar, dass Internet keine großen Herausforderungen darstellte. Mit 25mbit war das für den Beginn auch absolut ausreichend. Ebenfalls wichtig waren nahgelegene Einkaufsmöglichkeiten. Mit Aldi, Lidl und Netto bzw. Staples und dem Handelshof in einem Umkreis von 2 km liegt sogar alles andere praktisch “fußläufig” oder ist mit dem Fahrrad zu erreichen. Hinzu kommen 2 Tankstellen und für mich noch wichtiger, mit ehemals SIXT und nun RKG eine Autovermietung direkt vor der Tür.

Warum mir das alles so wichtig war? Ich kenne mich und weiß, dass mich Dinge sehr schnell nerven. Ich wollte also alles, was für meine Tätigkeit und den Alltag in einem Fotostudio nötig ist, im direkten Umfeld. Das spart mir heute die meiste Zeit, weil ich keine langen “Pendelstrecken” habe um etwas vorzubereiten oder zubesorgen. Für mich ist das Gold wert.

Außerdem weiß ich von mir selbst, dass ich froh bin, wenn ich mal auf der Durchreise durch eine Stadt bin und noch schnell einen Fotografen-Kollegen oder Kunden besuchen will, ich nicht ewig durch das Stadtzentrum fahren muss und auf der Suche nach einem Parkplatz schon die nerven verliere. Darum war mir das für mein Studio so wichtig.

All die wichtigsten Argumente für mein Studio und dessen Verortung haben also nichts mit der Fotografie an sich zu tun, aber mit dem Alltag als Fotograf oder Freelancer.

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