Das Comeback des Newsletters

Das Comeback des Newsletters

Ich habe in der aktuellen t3n gestern die Kolumne von Johnny Haeusler gelesen. Vor Jahren hab ich ihn auf meinem damals noch recht jungen Blog mal für meine Interview-Serie “Bloss nichts über Blogs” befragt und schaue heute noch in regelmäßigen Abständen und sehr zielgerichtet in seinen Kanälen vorbei. Er betreibt unter anderem den Spreeblick-Blog, moderiert bei FluxFM und ist nicht ganz unbeteiligt an der Republica. Kurzum: Ein umtreibiger Medienmensch mit viel Output und interessanten Denkansätzen.

In seinem kleinen t3n Ausflug schreibt er über Newsletter und warum sein eigener Newsletter ihm gerade so viel Spaß im Online-Game macht, wie selten zuvor.

Eine interessante Beobachtung und eine noch interessantere Beschreibung, weil ich ähnliches bei mir selbst im aktuellen Jahr beobachtet habe. Die ständige Beschleunigung unseres Medienkonsums auf Instagram und Co. steigern auch in mir das unendliche Bedürfnis nach echten Gedanken und langen Texten. Nach etwas Kuratiertem, auf das ich mich als Leser verlassen kann. Oft, habe ich dieses Jahr das Internet und die Fotoblogs durchsucht. Nicht nach Magazinen oder Bildstrecken, sondern nach dem, was das Internet einst für mich war. Persönlich geschriebene Abhandlungen von Gedanken zu Themen, die auch mich interessieren und die mich anderen Menschen und ihren Gedanken und Meinungen näher bringen.

Newsletter sind das, was wir in den letzten Jahren belächelt haben, weil wir uns der schnellebigen und oft wenig nachhaltigen Reichweite von Instagram und Facebook-Followern verschrieben haben. Weil wir auf einmal keine Zeit mehr für Newsletter hatten, weil wir doch auf Facebook viel mehr Menschen erreichen konnten. Dabei haben wir vergessen, dass die wenigen Menschen in unserem Newsletter, vielleicht unsere Texte wirklich lesen und nicht nur beim drüberscrollen ein Like oder einen zwei Wort umfassenden Kommentar hinterlassen. Die einen haben es im letzten Jahr schon gemerkt, wieder andere werden es vielleicht im nächsten Jahr begreifen.

Versteht mich nicht falsch. Ich will Facebook und Instagram nicht abschaffen, aber es stimmt mich dennoch nachdenklich, dass die reichweiten stärksten Netzwerke der letzten Jahre sehr wenig mit Texten oder Gedanken zu tun haben. Zu Gedanken zähle ich emotional geschwängerte Songzitate unter Instagram-Fotos übrigens keineswegs.

Umso überzeugter bin ich jedoch davon, das der Newsletter sein Comeback feiert wird und wir endlich wieder in einen Dialog treten mit Gleichgesinnten, der über einen Smiley oder ein Giphy hinausgeht. Vielleicht sogar schon nächstes Jahr?

Und ich freue mich darauf!

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