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Heavy Rotation vol. 1
09.08.2011 - Musik - 1 Kommentar

Hallo Leute, ich bin Marcus und stelle euch ab heute an dieser Stelle jede Woche fünf Musikacts vor, in die ihr definitiv mal reinhören solltet. Ich versuche immer, fünf möglichst unterschiedliche Acts herauszusuchen, es müsste eigentlich für jeden etwas dabei sein. Wenn ihr Fragen, Wünsche oder Verbesserungsvorschläge habt, seid ihr herzlich eingeladen, mir einen Kommentar zu hinterlassen. Also los geht’s mit der Heavy Rotation dieser Woche:

  1. Casper:

Casper

Dieser Typ ist genau das, was Deutschrap gebraucht hat. Die meisten von euch werden ihn schon kennen, sein zweites Album ist auf Platz eins gechartet, und das verdient.

„XOXO“, so der Titel, hat mal locker das Zeug zur besten deutschen Platte 2011. Intelligente, zitatwürdige Texte treffen auf indierocklastige Beats, und sogar die Legende Thees Uhlmann ist mit von der Partie, ebenso Everybody’s Darling Marteria. Langweilig wird das ganze nie, die Songs sind thematisch und musikalisch so vielseitig, wie mir das vorher noch bei keinem deutschen Rapalbum untergekommen ist. Ganz klarer Favorit, wird bei mir wohl noch länger rotieren.

Kauftipp: Amazon.de

  1. The Weeknd

R&B ist mittlerweile ziemlich in Verruf geraten. Dank der amerikanischen Charts der letzten Jahre, in denen sich Usher und seine Klonkrieger breitmachten, verlor das Genre an Coolness, Puristen nahmen jahrelang keinen R&B-Künstler ernst. Doch nun scheint eine Welle anzubrechen, die R&B wieder zu einer ernstzunehmenden Musikrichtung machen will.

Zu den Vorreitern dieser Bewegung gehört das Projekt The Weeknd. Es ist unklar, wer und wie viele Personen sich hinter diesem Pseudonym verbergen, aber auf den Aufnahmen singt der 21-jährige Kanadier Abel Tesfaye. Ihr Album „House Of Balloons“ hat das Projekt kostenfrei zum Download auf ihrer Website hochgeladen. Dieses wurde vom Rapper Drake entdeckt und so wurde das Projekt bekannt. Musikalisch klingt das Album wie klassischer R&B, mit eingängigen Melodien, soulvoller Stimme und einer gehörigen Portion Autotune. Aber da ist mehr! Die Instrumentals klingen düster, die extrem expliziten Texte beschäftigen sich mit Sucht, Depression und der dunklen Seite von Sex und Parties. Dringend anhören und bei Gefallen runterladen, es ist kostenlos!

Download: http://the-weeknd.com/

  1. Zia Hassan

In Washington, D.C. Lebt ein junger Mann, der im Internet Musik veröffentlicht. Sein Name: Zia Hassan. Seine Musik: Meisterhaft. Sein Bekanntheitsgrad: Nicht gerade hoch. Er schreibt grandiose Songs auf der akustischen Gitarre, produziert Klangflächen nach bester Brian-Eno-Art und experimentiert mit außergewöhnlichen Instrumenten. Er bloggt, ist sehr aktiv auf Facebook und generell in sozialen Netzwerken. Sein Album „Grow Slow“ hat er jüngst wiederveröffentlicht, man kann es auf seinem Bandcamp-Profil herunterladen und zwar für einen selbst gewählten Preis (auch für umsonst, wenn man will).

Download: http://ziahassan.bandcamp.com/album/grow-slow

  1. Atari Teenage Riot:

Diese Band ist wohl DIE Anarcho-Kultband Deutschlands. Atari Teenage Riot stehen nun schon seit fast 20 Jahren für harten Electropunk gegen das System. 2000 löste sich die Band auf, und als ein Jahr danach ihr MC Carl Crack an einer Überdosis starb, schien eine Reunion unmöglich. Doch durch die wachsende Popularität von ATR-inspirierten Bands wie Pendulum oder auch der politischen Machenschaften der schwarz-gelben Koalition, verspürte Alec Empire 2010 das Verlangen nach einer Reunion. Er holte sich einen neuen MC und spielte einige Shows, nahmen sogar ein neues Album auf. „Is This Hyperreal?“ erschien vor Kurzem und beeindruckte mich zutiefst. Das Thema Cyberwar und Datenschutz zieht sich wie ein roter Faden durch das Album. Ein Tipp für alle Freunde des elektronischen Lifestyles und der dazugehörigen Musik!

Kauftipp: Amazon.de

  1. BADBADNOTGOOD

Es gibt nicht viele Jazzbands auf diesem Planeten, die das Potenzial haben, auch im Jugend-Mainstream zu landen. Aber eine davon ist BADBADNOTGOOD aus Toronto. Drei junge Musiker, einer am Synthesizer, einer am Kontrabass und einer (mit bizarrer Schweinemaske) hinter dem Schlagzeug. Die technischen Fähigkeiten der Musiker sind beeindruckend, und das Besondere ist: Sie covern Rapsongs, insbesondere vom Odd Future Collective. Und es ist erstaunlich, wie die brutalen Vergewaltigungs-Songs eines Tyler, The Creator von diesen Jungs in chillige Jazztunes gepackt werden. Definitiv mal reinhören und auf Bandcamp for free runterladen, die perfekte Einstiegsdroge in die Welt des Jazz.

Download: http://badbadnotgood.bandcamp.com/

 


Buzzi
10-08-2011

passt irgendwie ganz genau zur Stimmung in London….

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